Löwen treten beim Aufsteiger an
Am Samstag heißt es im Saarland wieder Derbytime, wenn die Handballer des SV 64 Zweibrücken und des TV Homburg in der Sport- und Spielhalle Homburg aufeinandertreffen. Doch nicht nur die räumliche Nähe der beiden Vereine verleiht dem Spiel eine besondere Bedeutung. Auch kommt es in der Partie Erster gegen Dritter zu einem echten Spitzenspiel, wenn auch für den Ausgang der Meisterschaft ohne sportliche Bedeutung.
Im Hinspiel sah das zwar auf dem Papier genauso aus, doch personell waren die Homburger den 64ern im Hinspiel weit überlegen. Ohne ihre beiden Führungsspieler Philipp Kockler und Niklas Bayer konnten die Rosenstädter den Homburgern nicht die Stirn bieten und verloren am Ende erwartungsgemäß deutlich. Doch das soll dieses Wochenende anders aussehen. Aktuell sind beide Teams in Topform. Die Zweibrücker Löwen haben sich von ihrer Schwächephase im Winter vollends erholt und überzeugen aktuell mit souveränen Leistungen. Seit zehn Spielen sind die 64er mittlerweile ungeschlagen. Währenddessen zeigte der TV Homburg über die ganze Saison sehr gute Leistungen und stehen aktuell noch ohne Niederlage an der Tabellenspitze. Lediglich in der Anfangsphase der Runde mussten sie einen Punkt an den Letztplatzierten und mittlerweile feststehenden Absteiger HSG Nahe-Glan abgeben. Da sie sonst aber jede Partie für dich entschieden, konnten die Handballer des TVH schon jetzt am viertletzten Spieltag ihre Meisterschaft feiern. Neben ihrer Meisterschaft könnten die Homburger aber noch einen Rekord brechen. Bisher schaffte es kein Team in der Oberliga Rheinland-Pfalz/ Saar die Saison ohne Niederlage zu beenden. Das wollen die SV-Löwen am Wochenende verhindern.
Dennoch liegt die Favoritenrolle trotz der Rückkehr von Philipp Kockler und Niklas Bayer bei den Gastgebern. Denn nicht nur die Tabellen- und Punktesituation ist eindeutig. Auch personell ist der TV Homburg außergewöhnlich stark besetzt. Mit Yves Kunkel spielt ein ehemaliger Nationalspieler, der im vergangenen Jahr noch für den MT Melsungen in der Bundesliga auf Torejagd ging, beim TVH. Er zeigte über die Saison hinweg seine ganze Klasse und überragt seine Mit- und Gegenspieler mit seiner Spielintelligenz, sowie seiner Durchschlagskraft und ist vor allem vom Siebenmeterpunkt sehr erfolgreich. Mit 211 Treffern in 27 Spielen, führt er die Toptorschützenliste der Oberliga Rheinland-Pfalz/ Saar mit deutlichem Vorsprung an. Neben Kunkel gehören aber noch viele weitere Spieler zum Kader des TV Homburg, die bereits in der dritten Bundesliga einige Erfahrungen sammeln konnten, sowie international erfahrene Handballer aus Serbien, Mazedonien, der Slowakei, Ungarn und Portugal. Diese geballte Spielerfahrung und Qualität sorgte letztendlich nicht nur für die deutlichen Ergebnisse, sondern auch in einigen sehr knappen Spielen für die nötige Abgezocktheit, die Partien am Ende für sich zu entscheiden.
Die Zweibrücker Handballer wollen am Wochenende dem Favoriten aus Homburg die Stirn bieten und sich somit auch für die Hinspielniederlage revanchieren. Dabei gilt es für die 64er zu zeigen, was mit einem vollbesetzten Kader möglich ist. Ob dieser am Samstag zur Verfügung steht, ist allerdings noch unklar. Vergangene Woche mussten die Rosenstädter nämlich auf ihren Spielmacher Adam Soos (Fußverletzung) und ihren momentan sehr gut aufgelegten Torhüter Damian Zajac (Wadenverletzung) verzichten. Ob die beiden Leistungsträger im Derby mit auf der Platte stehen können, wird sich noch entscheiden. Anpfiff ist am Samstag um 18:30 Uhr in der Sport- und Spielhalle in Homburg.
SV-Frauen zum Saarderby nach Köllertal
Wie ihre männlichen Pendants fahren auch die Handballerinnen des SV 64 Zweibrücken am Samstag zum Saarderby. Bei ihnen lautet der Gegner aber nicht TV Homburg, sie spielen gegen die Handballfreunde aus Köllertal.
Köllertal befindet sich aktuell noch im Abstiegskampf. Mit 15:35 Punkten haben sie drei Punkte Vorsprung auf den ersten möglichen Abstiegsplatz. Je nachdem wie viele Absteiger es aber in den oberen Ligen gibt, können sich die Abstiegsplätze in der Oberliga Rheinland-Pfalz/ Saar aber noch von drei auf vier erweitern.
Daher ist für Köllertal aktuell jeder Punkt wichtig und entscheidet über Klassenerhalt oder Abstieg, weshalb sie am Samstag gegen die 64erinnen sicherlich nichts dem Zufall überlassen wollen.
Die SV-Handballerinnen wollen aber ebenfalls in dieser Saison noch einen Sieg holen und sind im Derby somit topmotiviert. Nachdem sie vergangene Woche gegen den HSV Sobernheim so knapp an einem Punktgewinn scheiterten, wollen sie diesmal umso mehr dafür kämpfen.
Im Hinspiel klappte das für die 64erinnen gut. Gegen Köllertal konnten sie einen von insgesamt nur zwei Siegen der Saison einfahren. In einem spannenden Spiel schafften es die 64erinnen die Gäste immer auf ein paar Tore Abstand zu halten und konnten so ihren bisher einzigen Heimsieg festhalten. Beste Spielerin der Köllertaler in diesem Spiel war wie so oft Yuliya Kucerova. Sie überzeugt regelmäßig mit hoher Spielintelligenz und Übersicht, ist dabei aber auch selbst sehr torgefährlich. Neben ihr strahlt aber auch Natalie Wagner höchste Torgefahr aus. Auf die beiden gilt es, am Samstag ein besonderes Augenmerk zu legen.
Die 64erinnen wollen aber vor allen Dingen für sich selbst eine gute Leistung zeigen und ihre vorerst letzten Spiele in der Oberliga Rheinland-Pfalz/ Saar genießen. Anpfiff ist am Samstag um 18 Uhr in der Trimm-Treff-Halle in Püttlingen.