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Im Topspiel des fünften Spieltages der RPS-Oberliga gerieten die Handballfrauen des SV 64 Zweibrücken am Sonntagmittag in der Zweibrücker Ignaz-Roth-Halle gehörig „unter die Räder“. Sie verloren ihr Heimspiel gegen ihren bisherigen Tabellennachbarn, die SG Ottersheim/Bellheim/Zeiskam mit 21:29 (12:13).
Dem Anspruch einer echten Spitzenmannschaft wurde die Truppe von Trainer Rüdiger Lydorf dabei lediglich zwischen der zehnten und der 21. Spielminute gerecht. In dieser Phase gelang es den SV-Frauen einen 4:8-Rückstand in eine eigene 9:8-Führung umzuwandeln.
Insbesondere die Hereinnahme von Levke Worm für den linken Rückraum brachte hier die erhoffte Qualitätssteigerung, nachdem sich die Zweibrücker Anfangsformation gegen die aggressive 6:0-Abwehr der Gäste enorm schwer getan hatte. Nicht nur, dass die Durchschlagskraft vom Rückraum fehlte,, den Zweibrückerinnen unterliefen auch eine ganze Reihe technischer Fehler.
Viel bedeutender war allerdings, dass die Zweibrücker Hintermannschaft in keiner Phase der Begegnung an die eigene Leistung der letzten Spiele herankam.
Bis zur achten Spielminute erzielten die Gäste beispielsweise mit jedem Angriff einen Treffer. Dabei war auffallend, dass die Spielanlage der Gäste zunächst etwas besser war als die der Zweibrückerinnen. Insbesondere deshalb, weil sie den Ball schneller laufen ließen.
Fehlerlos agierten allerdings auch die Gäste nicht, die Mitte der Halbzeit ihren Spielfluss ebenfalls verloren, so dass Gästetrainer Jens Zwissler bereits in der 16. Spielminute sein Team-Time-out nahm. Sein Zweibrücker Kollege Rüdiger Lydorf hatte seine grüne Karte bereits nach dem Gegentreffer zum 4:8-Zwischenstand gelegt, seine Mannschaft dabei versucht, aus ihrer „Lethargie“ zu befreien.
Dies gelang Lydorf durchaus. Zumindest kämpfte sich seine Mannschaft anschließend ins Spiel zurück, lag auch beim 10:9-Zischenstand noch in Front und bei Halbzeit lediglich mit 12:13 im Hintertreffen, nachdem Katharina Handermann mit ihrem einzigen Treffer von Linksaußen erfolgreich war.
Bis zum 15:16-Zwischenstand in der 38. Spielminute waren die Zweibrückerinnen dann in der Lage, die Partie weiterhin ausgeglichen zu gestalten. Dann allerdings ging die Fehlerquote auf Zweibrücker Seite wieder merklich hoch. Fehlpässe im Ballvortrag, und bei den Kreisläuferanspielen häuften sich, was die Gäste zu einfachen Treffern nutzten. In dieser Phase war es insbesondere auch Laura Winter, mit zehn Treffern erfolgreichste Angreiferin der SG OBZ, die von der Zweibrücker Defensive kaum noch zu kontrollieren war.
Der energische Zwischenspurt der Gäste – unterstützt durch zahlreiche Zweibrücker Fehler  endete jedenfalls mit einer Vorentscheidung beim 20:27-Zwischenstand.
Lydorf versuchte es nun auch mit einem Torwartwechsel, brachte mit Eva Zöllner eine erfahrene Keeperin, die allerdings auch glücklos agierte.
Letzten Endes war die Begegnung eine klare Angelegenheit für die Gäste, die sich durch den 21:29-Auswärtssieg auf den dritten Tabellenplatz vor arbeiteten, während die Mannschaft von Rüdiger Lydorf auf den fünften Platz abrutschte.
„Die SG OBZ war heute nicht unbedingt diese acht Tore besser – aber sie war wesentlich cleverer als meine Mannschaft“, meinte ein enttäuschter Zweibrücker Trainer Rüdiger Lydorf nach dem Spiel, der insbesondere auch kritisierte, dass seine Spielerinnen nicht mehr von den Rückraumpositionen aus aufs Tor warfen. Richtig schwach waren die SV-Frauen aber auch von der Siebenmeterlinie. Hier vergaben Nadine Zellmer, Anne Wild, Levke Worm und Ina Sohns nämlich vier von fünf Chancen.

Auf einen Blick:
SV 64 Zweibrücken: Jana Specht  und Eva Zöllner im Tor – Sarah Witzgall, Anne Wild 6/1, Nadine Zellmer – Katharina Handermann 1, Marion Weick 3 – Laura Witzgall 1 – Miriam Schoeneich 1, Levke Worm 6, Lucie Krein 2, Lara Schlicker 1,
Zeitstrafen: 6:4 Min., Siebenmeter: 5/1 – 8/7, Zuschauer: 50, Schiedsrichter: Günter Hoffmann und Frank Hummel (HV Rheinhessen).