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Am Sonntagmittag vergaben die Zweibrücker Junglöwen im JBLH-Auswärtsspiel beim Nachwuchs der Rhein-Neckar-Löwen eine große Möglichkeit, sich im Meisterschaftsrennen der Südgruppe der A-Jugendbundesliga für das Saisonfinale weiterhin erfolgversprechend zu positionieren. Denn nach einer guten ersten Halbzeit und souveränen 12:9-Pausenführung verschliefen die SV-Jungs  den Start in die zweite Hälfte völlig und verloren deshalb am Ende knapp und unglücklich mit 21:23.
Damit haben die Zweibrücker Junglöwen binnen einer Woche gegen die beiden größten Kontrahenten im Kampf um die Viertelfinalteilnahme zur deutschen Meisterschaft jeweils mit zwei Toren Unterschied verloren.
„Mit unserer Leistung in dieser zweiten Hälfte kann man in der JBLH gegen Spitzenteams einfach nicht gewinnen“, war SV-Trainer Tony Hennersdorf nach dem Spiel sichtbar enttäuscht. „Denn eigentlich waren wir gut eingestellt, hatten auch alles im Griff“.
Einmal mehr war es die Zweibrücker Angriffsleistung, die letztlich entscheidend für die Niederlage war. Denn die SVler vergaben zwischen der 30. und 47. Spielminute zahlreiche beste Torchancen und brachten damit die SG Kronau-Östringen wieder ins Spiel zurück. 8:1 lautete hier aus Sicht der Gastgeber die Zwischenbilanz und obwohl sich die 64er in kämpferischer Hinsicht nie aufgaben, sich im Schlussspurt nochmals heran arbeiteten, waren die Gastgeber dann doch in der Lage, von diesem Vorsprung zu zehren und mit langen Angriffen die Zeit herunterzuspielen.
Durch zwei schnelle Tore Manuel Zellers gingen die Gastgeber mit 2:0 in Führung. „Danach haben wir allerdings spielbestimmend agiert“, war Hennersdorf mit dem weiteren Verlauf der ersten Hälfte und der Leistung seiner Jungs durchaus zufrieden.
„Benni Berz hat dabei überragend gehalten“, hatte Hennersdorf auch ein Sonderlob für seinen Spieler mit der Nr. 1 parat, der sich an diesem Wochenende ebenso wie Mannschaftskapitän Nils Wöschler in Abstimmung mit den beiden Trainern Stefan Bullacher und Tony Hennersdorf wegen der Abiturvorbereitungen dazu entschlossen hatte, nur in der A-Jugend zu spielen und im Drittligaspiel in Pforzheim zu pausieren.
Tobias Alt, Tom Grieser, Luca Dobrani und Robin Egelhof sorgten dann bis zur sechsten Spielminute beim 3:4-Zwischenstand erstmals für eine Zweibrücker Führung, die die SV-Jungs dank hervorragender Abwehrarbeit weiter ausbauten.
Dass dieses Spiel der beiden Topteams im A-Jugendbereich eher als Abwehrschlacht durchgehen sollte, war dann bereits Mitte des ersten Durchgangs erkennbar, denn zwischen dem Treffer zum 4:6 durch den Zweibrücker Rechtsaußen Tobias Alt und dessen drittem Tor zum 4:7-Zwischenstand lagen 6 ½ Minuten!
Wie im Hinspiel auch war es insbesondere der Spielmacher der Gelbhemden, Adam Soos, der die Zweibrücker Abwehrformation beschäftigte, immer wieder torgefährlich wurde und schließlich auch drei Tore zum 8:9-Anschluss der Gastgeber beisteuerte. 23 Minuten waren da gespielt. ehe mit Nils Wöschler und Robin Egelhof die beiden erfahrensten SV-Spieler für die 9:12-Pausenführung der Zweibrücker Junglöwen sorgten. „Zu diesem Zeitpunkt war unsere Führung hochverdient“, stellte Hennersdorf hierzu nach dem Spiel heraus. „Es war hier allerdings auch leider schon erkennbar, dass wir uns zu viele technische Fehler leisteten und einfach auch zu viele Torchancen vergaben“, merkte der Zweibrücker Trainer hier in seiner Spielanalyse an.
Dass auch in dieser Hinsicht noch eine Steigerung möglich sein sollte, hatte Hennersdorf indessen nicht erwartet. Und dennoch kam es so. Die Zweibrücker Junglöwen verschliefen den Start in die zweite Hälfte völlig, schlossen ganz schwach ab und ermöglichten den Gastgebern damit, das Spiel umzudrehen. Spätestens als Torjäger Adam Soos in der 54. Spielminute für die Rhein-Neckar-Löwen das 21:16 erzielte, war klar, dass die Zweibrücker Löwen dieses Spiel nicht mehr gewinnen könnten, dass sie eine große Chance vergeben hatten, ihren zweiten Tabellenplatz auch beim Erstliganachwuchs zu behaupten.
Dass auch die Gastgeber nervös waren, belegt hingegen die Tatsache, dass sich die SVler in der Schlussphase nochmals heranzukämpfen vermochten. Dem B-Jugendlichen Marc-Robin Eisel gelang somit in der letzten Minute noch einmal der Anschlusstreffer zum 22:21-Zwischenstand, ehe Kevin Kleinlagel sechs Sekunden vor dem Spielende den knappen Heimsieg der Rhein-Neckar-Löwen klar machte.
Nicht zufrieden war Hennersdorf schließlich auch mit den Überzahlsituationen seiner Mannschaft, die in diesen Szenen letztlich zu unkonzentriert oder zumindest zu unclever agiert hatte.
Wie wichtig beide Teams dieses Spiel genommen hatten, belegten die Mannschaftsaufstellungen am Sonntagmittag. Bei Kronau-Östringen wirkten somit auch Juniorennationalspieler Rico Keller sowie Adam Soos, Manuel Zeller, Philipp Meyer und Sandro Pagliara aus dem Drittligakader mit, bei den Zweibrücker Löwen waren mit Ausnahme des verletzten Niklas Bayer auch alle Jugendspieler aus dem Drittligakader dabei, wobei es natürlich durchaus tragische Züge hatte, dass auch Patrick Bach, der gegen Kronau-Östringen zumindest wieder auf der Auswechselbank Platz genommen hatte, die beiden wichtigsten Saisonspiele wegen seines Nasenbeinbruchs verpasste.
Auf einen Blick:
SG Kronau/Östringen: Janis Steinhauser und Simon Gabrys im Tor – Adam Soos 11/3, Rico Keller 4, Manuel Zeller 2, Kevin Kleinlagel 2, Sandro Pagliara 1, Andreé Ockert 1, Philipp Meyer 1, Sebastian Trost, Dennis Kalabic und Hamza Hakic.
SV 64 Zweibrücken: Benedikt Berz und Alessandro Lehr im Tor – Nils Wöschler 7/2, Tobias Alt 4, Robin Egelhof 3, Marc-Robin Eisel 3, Philipp Mägel 2, Tom Grieser 1, Luca Dobrani 1, Christian Wack, Kian Schwarzer, Robin von Lauppert.
Zeitstrafen: 6:8 Min., rote Karte: Robin Egelhof (57. Minute), Siebenmeter: 4/3 –2/2, Zuschauer: 120, Schiedsrichter: Yannik Brandt/Hendrik Fleisch.