Das am heutigen Abend um 20 Uhr in der Kornwestheimer Sporthalle Ost stattfindende Drittliga-Nachholspiel zwischen dem SV Salamander Kornwestheim und den Zweibrücker Löwen hat durchaus so etwas wie den Charakter eines „Endspiels zur Vermeidung des Drittligaabstieges“ an sich. Unter Druck stehen dabei sicher beide Teams, wobei die 64er aufgrund der Tatsache, dass sie bei vier noch ausstehenden Spielen derzeit zwei Punkte hinter den Kornwestheimern liegen, schon noch etwas mehr Siegesdruck verspüren.
Beide Mannschaften müssen dabei mit der ungewohnten Anwurfzeit, an einem eigentlichen Arbeitstag um 20 Uhr, zurecht kommen, wobei beide Teams wohl genau deshalb auch nicht in Bestbesetzung antreten können.
Robin Egelhof, der zunächst von Montag bis Mittwoch vergangener Woche am Lehrgang der Juniorennationalmannschaft teilgenommen und anschließend dann im Kader für die EM-Qualifikationsspiele stand, ist zum Glück unverletzt von dieser Maßnahme zurück gekehrt.
Die deutschen Junioren gewannen übrigens alle drei Spiele gegen Rußland mit 29:26, gegen Kosovo mit 38:12 und gegen Litauen mit 33:22 und haben sich damit souverän für die EM im Sommer dieses Jahres qualifiziert. In den beiden letzten Spielen kam der 18jährige dann auch zu Einsatzzeiten, erzielte gegen Kosovo drei und gegen Litauen vier Tore für die deutsche Juniorennationalmannschaft.
Dass neben Egelhof dabei auch Björn Zintel, mit insgesamt neun Treffern in den drei Qualifikationsspielen, zum Aufgebot zählte und auch Jerome Müller nur aufgrund einer Verletzung nicht dabei sein durfte, ist sicher auch ein ganz herausragender Beleg für die Qualität der Nachwuchsarbeit der Zweibrücker Löwen in den letzten Jahren!
Mit Lars Weisgerber von der HG Saarlouis war im Übrigen noch ein weiterer Saarländer mit dabei. Der Rechtsaußen erzielte dabei 12 Tore. Und aus der 3. Liga war neben Egelhof noch der Leutershausener Stefan Salger in Litauen im DHB-Juniorenkader. Salger blieb dort allerdings ohne eigenen Torerfolg.
Mit Egelhof also, dafür möglicherweise allerdings ohne Spielmacher Florian Enders, der vermutlich berufsbedingt nicht mitkommen kann, müssen die 64er dieses „Nichtabstiegsendspiel“ in Kornwestheim bestreiten. Spielbeginn ist um 20 Uhr. Abfahrt ist um 16.30 Uhr an der Ignaz-Roth-Halle. Etwas Unterstützung werden die 64er in Kornwestheim auch haben, denn die B-Jugendspieler, die am Samstag die RPS-Meisterschaft gewonnen haben, hatten mit Trainer Tony Hennersdorf ausgehandelt, dass sie im Falle der Meisterschaft das Dienstags-Training ausfallen lassen um die erste Mannschaft in Kornwestheim zu unterstützen.
Kornwestheim hat – ähnlich wie die Zweibrücker Löwen – im Laufe dieser Saison schon einige Überraschungen geschafft. Unter anderem gewannen sie am zehnten Spieltag mit 31:29 beim letztjährigen Meister und aktuellen Tabellenzweiten, der SG Leutershausen und fügten weiterhin dem Meisterschaftsfavoriten HSG Konstanz beim 33:27-Heimsieg die höchste Saisonniederlage bei. Dem Dritten TV Hochdorf „klauten“ sie beim 27:27-Unentschieden ebenfalls einen Punkt. Insofern sind die Kornwestheimer durchaus so etwas wie ein Favoritenschreck.
Star der Truppe ist Peter Jungwirth, der in Kornwestheim ausgebildet wurde, dann allerdings zwischenzeitlich mit Magdeburg und Wetzlar in der Bundesliga spielte und zur laufenden Saison in seine Heimat zurück kehrte.
Auch für die Kornwestheimer kam die Spielverlegung vom Wochenende auf diesen Dienstag alles andere als passend. Am Wochenende wäre die Halle in dieser Begegnung mit Endspielcharakter sicher voll gewesen – ob es am Dienstagabend auch gelingen wird, bleibt abzuwarten.
Und die 64er müssen vor dem Spiel ja auch noch die Anreise von ca. 180 km stemmen, hoffen, dass sie dabei von Verkehrsstaus verschont bleiben.
Die Rückkehr aus Kornwestheim ist dann gegen 24 Uhr geplant.
Am Mittwoch müssen nämlich die meisten Spieler auch wieder arbeiten oder in die Schule.