Einen überragenden Start in die Viertelfinalspiele um die deutsche Meisterschaft schafften am Sonntagmittag die Zweibrücker Junglöwen. Sie gewannen nämlich ihr erstes Spiel beim Hessenmeister HSG Hanau 25:21 (15:11).
Damit haben sich die SV-Jungs gleich im ersten Spiel ein erkennbares Plus erarbeitet, denn mit einem Auswärtssieg zu starten, das ist schon richtig gut.
„Wir haben das Spiel heute ganz verdient gewonnen“, war SV-Trainer Tony Hennersdorf nicht nur mit dem Ergebnis, sondern insbesondere auch mit der Leistung seiner Mannschaft sehr zufrieden.
Richtiggehend begeistert war der Trainer, von der Unterstützung, die seine Mannschaft von der Zuschauertribüne erhielt. Mit allen 15 Trommeln waren die 64er nach Hanau gefahren und ein Teil der Erstmannschaftsspieler setzte sich dort dann gemeinsam mit anderen Jugendspielern an die Trommeln! „Die Männer haben sich da super für die Fan-Unterstützung der B-Jugendlichen in den letzten Wochen revanchiert“, merkte Hennersdorf im Rückblick auf die „Heimspielatmosphäre“ in der mit ca. 400 Zuschauern, darunter etwa 100 Zweibrücker Fans, an.
Nachdem Hanau das erste Spiel tags zuvor gegen die dritte Mannschaft der Viertelfinalgruppe B, gegen Eintracht Hildesheim, den zweiten der Oberliga Niedersachsen/Bremen, deutlich mit 27:21 (14:8) gewonnen hatte, war dieser Sieg nicht unbedingt planbar, welchen Wert er hat, werden die kommenden Spiele zeigen. „Wir sind sicher noch lange nicht im Halbfinale. Aber auf dem Weg dahin haben wir heute einen großen Schritt gemacht“.
In körperlicher Hinsicht waren die Gastgeber den SV-Jungs der Jahrgänge 1999/2000 durchaus überlegen. Allerdings spielten die Junglöwen in den ersten 20 Minuten auf einem Topniveau. Basierend auf einer starken Abwehr hatten die SVler das Spiel überraschend schnell und gut im Griff. Unter Umständen half den SV-Jungs dabei schon ein wenig, dass sie teilweise auch im Vorjahr bereits im Viertelfinale gestanden hatten, also auch schon auf Erfahrungswerte zurückgreifen konnten.
Die SVler gingen vom Anpfiff weg in Führung, lagen schnell mit 3:1 vorne. Hinter der starken 3:2:1-Abwehrformation war Torhüter Norman Becker im SV-Tor ein starker Rückhalt. So vermochten sich die SVler auch über 10:5 zum 15:11-Halbzeitstand abzusetzen, wobei Mannschaftskapitän Marc-Robin Eisel und Kian Schwarzer aus einem starken Kollektiv herausragten.
„Wir haben 20 Minuten lang wirklich wie aus einem Guss gespielt“, merkte hierzu Tony Hennersdorf an.
In den letzten fünf Minuten der ersten Hälfte zeigten sich dann allerdings bereits die Fehler, die den weiteren Spielverlauf durchaus beeinflussen sollten, als die 64er immer wieder freistehend an dem eingewechselten Hanauer Torhüter Alexander Kaun scheiterten.
Auch zu Beginn der zweiten Hälfte nahm sich fast jeder der SV-Jungs seinen persönlichen Fehlversuch, vergaben sie auch Tempogegenstöße und Siebenmeter, verstrickten sich zu sehr in Einzelaktionen. So dauerte es gerade einmal zehn Minuten, bis der zunächst komfortable, zwischenzeitliche sechs-Tore-Vorsprung aufgebraucht war, die Gäste zum 19:19-Ausgleichstreffer kamen.
Als das Spiel zugunsten von Haunau zu kippen drohte, als die zuvor überragende Abwehrformation kaum noch Zugriff auf die Hanauer Angreifer bekam und als sogar auch die SV-Anhänger damit rechneten, dass die Gastgeber dieses Spiel nun zu ihren Gunsten drehen würden, wechselte SV-Trainer Tony Hennersdorf mit Yannick Mangold den Match-winner ein. Der Zweibrücker Torhüter parierte einige Male gegen völlig freistehende Hanauer Angreifer und sorgte damit wieder für eine gewisse Sicherheit in der Schlussphase. Denn jetzt trafen die SVler auch vorne wieder und kamen so doch noch zu einem verdienten und letztlich souverän herausgespielten 25:21-Auswärtssieg. Am kommenden Wochenende sind die Junglöwen spielfrei. Da gilt es zunächst einmal wieder die Männer im Drittligaabstiegskampf zu unterstützen. Das nächste Spiel folgt dann am 7. Mai in Hildesheim, bevor am Pfingstwochenende die beiden Heimspiele gegen Hanau und Hildesheim ausgetragen werden. Der Sieger dieser Dreiergruppe qualifiziert sich dann für das Halbfinale um die deutsche Meisterschaft.
Auf einen Blick:
HSG Hanau: Adanir, Kaun (20. - 45.) - Yazdi 7, Lehmann 6/4, Bergau 2 - Hofferbert, Lehr 3 - Jung 1 - Pogadi 1, Marschall, Horn 1, Springer,
SV 64 Zweibrücken: Norman Becker, Yannick Mangold (ab 43.) – Robin von Lauppert 1, Marc-Robin Eisel 8/2, Philipp Meiser 3 – Lennart Hugo 2, Tim Schaller 4 – Kian Schwarzer 5 – Sebastian Meister 1, Robby Welsch 1, Giona Dobrani und Tim Eder.
Zeitstrafen: 2:10 Minuten - Siebenmeter: 4/4 - 3/2 - Zuschauer: 400 - Schiedsrichter: Meyer/Meyer (HV Niederrhein).
DM-Viertelfinale - SV-Jungs legen in Hanau vor!
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- Geschrieben von Christian Gauf