Nachdem die Zweibrücker Handballfrauen in den letzten Wochen nicht unbedingt vom Glück verfolgt waren, haben sie am Sonntagmittag das enorm wichtige Heimspiel gegen die HSG Hunsrück deutlich mit 31:26 (16:12) gewonnen. Und da endlich auch einmal die Konkurrenz „für und nicht gegen die SV-Frauen“ gespielt hat, ist es der Mannschaft von Trainer Rüdiger Lydorf auch gelungen, die Abstiegsränge zu verlassen.
Der Spielverlauf selbst belegte, dass die Zweibrückerinnen ihre Lage erkannt und die Tabellensituation verinnerlicht hatten.
Nach einer kurzen Anfangsnervosität und einem 1:3-Rückstand in der vierten Spielminute bekamen die „Löwinnen“ das Spiel zusehends in den Griff. Ina Sohns per Siebenmeter sowie Levke Worm trafen bis zur achten Spielminute zum 3:3-Ausgleichstreffer, dem die Gastgeberinnen noch drei weitere Treffer zum zunächst einmal beruhigenden 6:3-Vorsprung folgen ließen. Zu diesem Zeitpunkt waren genau zwölf Minuten gespielt. Die Grundlage für diesen insgesamt sehr positiven Start legten die Gastgeberinnen mit einer starken und aggressiven 3:2:1-Formation hin, hinter der auch Jana Specht im SV-Tor eine gute Leistung ablieferte.
Vor der Halbzeitpause war die Lydorf-Truppe dann abgeklärt genug, um die Führung gegen die schnelle und bewegliche Hunsrücker Mannschaft zu behaupten, so dass beim Stande von 16:12 die Seiten gewechselt wurden.
Auch zu Beginn des zweiten Durchgangs waren die SV-Frauen, die nach der unglücklichen 21:22-Niederlage bei VTV Mundenheim am vergangenen Wochenende sogar auf den letzten Tabellenplatz der RPS-Oberliga abgerutscht waren, durchaus spielbestimmend.
Zwei Zeitstrafen, zunächst gegen Katharina Koch und kurz darauf gegen Carla Wiegand sorgten dann aber erneut für eine gewisse Zweibrücker Verunsicherung, was auch daran gelegen haben könnte, dass die Gäste nicht nur zum 20:19 verkürzten, sondern in eigener Überzahl durch Meike Frank sogar zum 20:20 auszugleichen vermochten.
Wer jetzt allerdings befürchtet hatte, die SV-Frauen würden nun erneut einbrechen, wie dies in den letzten Wochen leider häufiger der Fall war, der sah sich getäuscht. Vielmehr kämpften sich die SV-Frauen ins Spiel zurück, wobei Anne Wild auf der Spielmacherposition für gehörigen Druck sorgte, im zweiten Durchgang als vierfache Torschützin großen Anteil daran hatte, dass ihre Mannschaft die Oberhand behielt. „Wichtig war, dass wir hier tatsächlich nicht wieder in Rückstand geraten sind“, sah auch Rüdiger Lydorf in dieser Phase des Spieles die spielentscheidende!
Nachdem die Gäste in der 46. Spielminute beim 22:22-Zwischenstand letztmalig ausgeglichen hatten, gelang es den SV-Frauen jetzt doch nochmals entscheidend wegzuziehen. Der Zwischenspurt zum 27:23-Zwischenstand in der 52. Spielminute sorgte somit zumindest beim Zweibrücker Trainerteam auf der Auswechselbank wieder für etwas entspanntere Gesichtszüge.
Am Ende gelang es den Gastgeberinnen dann sogar nochmals zum 31:26-Endstand wegzuziehen, also genau zu dem Ergebnis, mit welchem sie das Hinspiel in Kleinich verloren hatten.
„Heute haben wir uns endlich einmal selbst für unsere Leistung belohnt“, war Lydorf nach dem Spiel mit der Leistung seiner Mannschaft sehr zufrieden. Nachdem in den letzten Wochen auch immer wieder zahlreiche Siebenmeterchancen ungenutzt geblieben waren, zeigte Ina Sohns hier am Wochenende keine Nerven, verwandelte alle sieben Strafwürfe sicher und war schließlich mit acht Treffern auch erfolgreichste Zweibrücker Torschützin.
Weiter geht es nun am kommenden Samstag mit dem Derby in Marpingen. Derzeit haben die Marpinger Frauen gerade einmal zwei Punkte mehr als die SVlerinnen, sind also ebenfalls alles andere als gesichert. Das noch wichtigere Spiel aus Zweibrücker Sicht steigt dann aber am 12. Februar, wenn mit dem TV Moselweiß der momentan auf dem vorletzten Tabellenplatz liegende Kontrahent in der Ignaz-Roth-Halle auflaufen wird.
Auf einen Blick:
SV 64 Zweibrücken: Jana Specht und Daphne Huber (bei einem 7m) im Tor - Sarah Witzgall, Katharina Koch 3, Levke Worm 3 – Miriam Schöneich 3, Katharina Handermann 3 – Laura Witzgall 2 - Ina Sohns 8/7, Anne Wild 5, Lara Schlicker 4, Carla Wiegand.
Zeitstrafen: 12:12 Minuten, rote Karte: Hülzle (56.) - Siebenmeter: 7/7 - 2/2 - Zuschauer: 100 - Schiedsrichter: Sarah Kristin Kull / Matthias von Wolff (HVR).