Wirklich kein gutes Wochenende war das zurückliegende Wochenende für die Handballer des SV 64 Zweibrücken. Denn auch die Handballfrauen kassierten eine extrem unangenehme 28:30 (13:16)-Niederlage beim Vorletzten TG Osthofen.
„Angesichts unseres schweren Restprogramms sind wir jetzt wieder in ärgsten Abstiegsnöten“, stellte deshalb der sichtlich frustrierte SV-Trainer Rüdiger Lydorf nach der vermeidbaren Niederlage seiner Mannschaft am fünftletzten Oberligaspieltag heraus.
Genau diese Drucksituation wollte Lydorf seiner Mannschaft eigentlich ersparen, wollte deshalb bei den Rheinhessen die beiden wichtigen Punkte entführen.
Dass der Abstiegskampf allerdings auch im mentalen Bereich viel Kraft kostet, das zeigte sich auch in diesem Spiel wieder, denn nachdem die Zweibrücker Löwinnen zu Beginn der Rückrunde sogar eine kleine Serie mit fünf Siegen verbuchen konnten, verfallen sie momentan wieder in ihre alten Muster. Und das bedeutet: Hektische Abschlüsse, schwaches Rückzugsverhalten und in der Schlussphase schwerwiegende technische Fehler, durch die letztlich ein mühsam erkämpfter Vorsprung wieder her geschenkt wurde.
Nach gutem Start und schneller 5:2-Führung verloren die Zweibrückerinnen ihre Linie. Dies lag einerseits an der starken Osthofener Torfrau Annika Graßer, die über weite Strecken des Spieles hervorragend hielt. Es lag aber auch an der altbekannten Zweibrücker Abschlussschwäche, die sich auch in diesem Spiel wieder in unzähligen Fehlversuchen bemerkbar machte.
Nachdem die Gastgeberinnen Mitte der ersten Hälfte beim 7:7-Zwischenstand erstmals wieder zum Ausgleich kamen, übernahmen sie auch weiterhin direkt die Initiative. So gelang es ihnen, häufig auch durch einfache Kontertore, in Führung zu gehen und diese Führung dann noch vor der Halbzeitpause auf 15:11 auszubauen. „Unser Rückzugsverhalten war über 60 Minuten allerdings auch eine reine Katastrophe“, ärgerte sich Lydorf dann doch sehr über die viel zu lasche Gangart seiner Spielerinnen. Im Abstiegskampf waren dies jedenfalls die völlig falschen Signale, die da von den Zweibrücker Löwinnen ausgingen.
Wenigstens gelang es ihnen, sich bis zur Pause wieder ein wenig zu fangen, so dass beim Stande von 16:13 für die TG Osthofen die Seiten gewechselt wurden.
Hatten die Zweibrückerinnen das Hinspiel nach einer wesentlichen Leistungssteigerung im zweiten Durchgang noch mit 31:23 gewonnen, taten sie sich auch in der zweiten Hälfte merklich schwer, den Rückstand wieder zur verkürzen.
Dies gelang eigentlich erst ab der 40. Spielminute. Jetzt fanden die Zweibrückerinnen doch langsam wieder in die richtige Spur, arbeiteten sich nach dem 21:17-Zwischenstand Tor um Tor heran und durften sich beim Treffer Katharina Kochs zum 24:24-Ausgleich darüber freuen, den Rückstand endlich wieder aufgeholt zu haben.
Jetzt zeigten auch die Gastgeberinnen Nerven, was sich hinsichtlich des Spielverlaufs dahingehend auswirkte, dass die SV-Frauen beim 25:26 erstmals selbst wieder in Führung gingen, diese fünf Minuten vor Spielende dann sogar auf 26:28 ausbauten.
„Warum meine Mannschaft dann in den letzten fünf Spielminuten den zuvor schwer erkämpften Vorsprung so einfach wieder her gab, kann ich heute leider nicht nachvollziehen“, war Lydorf hinsichtlich der Schlussphase dann aber doch einigermaßen geschockt. Denn wieder wurden eigene Großchancen vergeben, und wieder wurde der Gegner zu einfachen Gegenstoßtreffern eingeladen. Nur dass auf Zweibrücker Seite überhaupt nichts mehr glückte und schließlich auch die Zeit fehlte, diesem Spiel nochmals die erhoffte Wende zu geben.
In den letzten fünf Minuten blieben die Zweibrückerinnen wieder ohne eigenes Tor, musste mit ansehen, wie die Gastgeberinnen das Spiel wieder an sich rissen und am Ende über diesen wichtigen Heimsieg jubelten.
„Und wir sind wieder im Abstiegskampf angekommen“, lautete das ernüchternde Fazit des Zweibrücker Coaches.
Am kommenden Sonntag ist nun zur ungewohnten Anwurfzeit um 13.30 Uhr die HSG Wittlich zu Gast, eine Mannschaft, gegen die man im Hinspiel chancenlos war, die allerdings als Tabellensechster derzeit „jenseits von Gut und Böse“ liegt. Allerdings müssen sich die SV-Frauen gegenüber diesem Wochenende schon ganz erheblich steigern, um diese wichtigen Punkte dann auch tatsächlich zu holen. Ansonsten wird es sehr schwer mit dem Oberligaklassenerhalt. Denn das Restprogramm der SV-Frauen, mit Spielen gegen die drei Topmannschaften Ottersheim, Mainz und Bassenheim, ist mit deutlichem Abstand das schwierigste der mitgefährdeten Teams.
So spielten sie:
SV 64 Zweibrücken: Jana Specht und Nina Jäger im Tor - Ina Sohns 8/4, Katharina Koch 7, Carla Wiegand 3, Levke Worm 3, Laura Witzgall 2, Annika Birringer 2, Lara Schlicker 2, Lisa Paquet 1, Anne Wild,
Zeitstrafen: 6:4 Minuten - Siebenmeter: 4/4 - 5/4, Schiedsrichter: Mayer/Landgraf.
Zweibrücker Handballfrauen sind wieder mitten im Abstiegskampf!
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- Geschrieben von Christian Gauf